Alte Schubladen aufwerten: neue Fronten statt Neukauf
Alte Schubladen müssen nicht entsorgt werden, nur weil die Fronten zerkratzt oder vergilbt sind. Ein Austausch der Fronten ist meist günstiger als ein kompletter Neukauf und erhält die gewohnte Mechanik. Bevor Sie jedoch neue Fronten bestellen, sollten Sie den Zustand der Korpusse prüfen: Sind die Auszüge noch leichtgängig? Gibt es Quellschäden oder Risse im Holz? Nur wenn die Grundsubstanz intakt ist, lohnt sich die Investition. Andernfalls drohen neue Fronten schnell wieder zu verziehen, weil die alten Schubladen nicht mehr maßhaltig sind.
Die Materialwahl entscheidet über Optik und Langlebigkeit. Spanplatten mit Melaminbeschichtung sind preiswert und pflegeleicht, wirken aber weniger edel. Massivholzfronten aus Eiche, Buche oder Kiefer lassen sich schleifen und neu ölen, sind jedoch teurer und reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit. Eine gute Alternative sind MDF-Fronten mit Lackierung oder Furnier – sie bleiben formstabil und bieten viele Farboptionen. Wichtig ist, dass das gewählte Material zur übrigen Küche oder zum Möbelstück passt. Wer unsicher ist, kann zunächst ein Muster bestellen und es bei verschiedenen Lichtverhältnissen begutachten.
Die Maße sind der kritischste Punkt. Messen Sie die alten Fronten exakt aus – Breite, Höhe und Stärke. Achten Sie auf den Lochabstand der Griffe, falls Sie die alten Bohrungen weiterverwenden wollen. Bei neuen Fronten müssen die Bohrlöcher oft neu gesetzt werden. Hier hilft eine Schablone oder ein Bohrständer, um ein Ausreißen des Materials zu vermeiden. Falls Sie unsicher sind, wie Sie den passenden Abstand ermitteln, finden Sie unter Möbelgriffe tauschen eine detaillierte Anleitung. Planen Sie außerdem die Dicke der neuen Fronten ein: Eine um zwei Millimeter stärkere Platte kann bereits dazu führen, dass die Schublade nicht mehr schließt oder an benachbarten Fronten schleift.
Die Montage erfordert Geduld. Entfernen Sie zuerst die alten Fronten und reinigen Sie die Schubladenkästen. Zeichnen Sie die Bohrlöcher für die neuen Griffe an, am besten mit einem spitzen Bleistift und einem Winkelmesser. Bohren Sie mit einem Holzbohrer passenden Durchmessers vor und drehen Sie die Schrauben nicht zu fest, um das Material nicht zu stauchen. Setzen Sie die Fronten zunächst provisorisch an und prüfen Sie den Spalt zwischen den Schubladen. Justieren Sie die Auszüge nach, falls nötig. Erst wenn alle Fronten parallel laufen und gleichmäßige Fugen haben, ziehen Sie die Schrauben endgültig an. So wird aus alten Schubladen ein Möbelstück, das noch viele Jahre hält.