Wärmebrücken an Heizkörpernischen im Altbau erkennen
Heizkörpernischen sind ein typisches Baumerkmal des Altbaus. Die Wand hinter dem Heizkörper wurde oft ausgespart, um Platz zu sparen, doch genau diese Aussparung wird zur Schwachstelle der Gebäudehülle. An der dünneren Wandpartie kühlt die Innenoberfläche schneller ab als im umgebenden Mauerwerk. Feuchtigkeit aus der Raumluft schlägt sich dort nieder, Schimmel entsteht schleichend. Wer die Nische einfach zustellt, verdeckt das Problem, löst es aber nicht.
Die Thermografie macht diese Zonen sichtbar. Mit einer Infrarotkamera lässt sich bei ausreichender Temperaturdifferenz zwischen innen und außen erkennen, wo die Oberflächentemperatur deutlich absinkt. Wichtig ist, die Aufnahme bei geschlossenen Türen und ohne direkte Sonneneinstrahlung durchzuführen, sonst entstehen falsche Muster. Ein klarer Temperaturabfall entlang der Nischenkontur deutet auf eine geometrische Wärmebrücke hin. Zeigt sich zusätzlich ein flächig kühleres Feld, kann auch die Dämmung fehlen oder durchfeuchtet sein.
Die Thermografie liefert nur Indizien, deshalb gehört die Feuchtemessung dazu. Mit einem kapazitiven Feuchtemessgerät oder besser noch mit der CM-Methode an einer entnommenen Probe lässt sich prüfen, ob das Mauerwerk tatsächlich erhöhte Feuchte aufweist. Trockene, aber kalte Oberflächen sind ein anderes Problem als feuchte Wände mit Salzausblühungen. Die Bewertung entscheidet über die Sanierungsstrategie: reicht eine Innendämmung der Nische, oder muss das Mauerwerk insgesamt ertüchtigt werden? Wer sich für eine Altbau-Heiznische effizient isolieren möchte, findet bei wohnrepo.de eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die beide Messverfahren mit konkreten Sanierungsschritten verbindet.
Eine pauschale Lösung gibt es nicht. Die Nische kann mit einer dünnen Dämmplatte und einem dampfbremsenden Aufbau entschärft werden, sofern der Untergrund trocken ist. Bei bereits durchfeuchtetem Mauerwerk wäre eine Innendämmung kontraproduktiv, weil sie die Austrocknung nach innen blockiert. In solchen Fällen steht die Ursachenbehebung an erster Stelle, etwa eine defekte Horizontalabdichtung oder ein undichter Anschluss. Erst danach lohnt sich der Blick auf die Wärmebrücke selbst.